Überwacht einzelne, nicht alle

Bild: Screencopy euronews

8. April 2014

Edward Snowden hat am Dienstag vor der parlamentarischen Versammlung des Europarats in Straßburg ein Ende der Massenüberwachung durch Geheimdienste wie die NSA gefordert. Snowden war über Video aus Russland zugeschaltet. Der ehemalige NSA-Mitarbeiter erklärte den Parlamentariern, wie unbescholtene Bürger in die Schleppnetze der Überwachung gerieten.
Um überwacht zu werden, reiche es schon aus, einer bestimmten Religion anzugehören, ein Flugticket zu kaufen, bestimmte Computernetzwerke zu nutzen, eine bestimmte sexuelle Orientierung zu haben oder mit einem Verdächtigen in Kontakt gestanden zu haben, sagte Snowden.

"Wir töten auf Basis von Metadaten"

Bild: Screencopy Johns Hopkins/YouTube

7. April 2014

Abgehört werden angeblich nicht die Gesprächsinhalte sondern "nur die Metadaten": Wer hat wann von wo aus wie lange mit wem telefoniert?
Um Metadaten ging es auch bei der Podiumsdiskussion der Johns Hopkins Universität, bei der der ehemalige NSA-Chef Michael Hayden zugegen war.
Konfrontiert mit einem Zitat des Leiters der NSA-Rechtsabteilung Stewart Baker:
„Metadaten verraten uneingeschränkt alles über das Leben eines Menschen. Wenn man genügend Metadaten hat, braucht man den Inhalt eigentlich gar nicht.“ bekräftigte General Hayden diese Einschätzung und fügte noch hinzu:

„Wir töten Menschen auf Basis von Metadaten!“

"Beweise nicht ausreichend"

Bild: Screencopy phoenix

6. April 2014

Obwohl die Indizien erdrückend erscheinen, dass der US-Geheimdienst NSA das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) abgehört hat und massenhaft Daten der deutschen Bevölkerung erfasst und gespeichert hat, wird Generalbundesanwalt Harald Range voraussichtlich kein Ermittlungsverfahren wegen Spionage gegen die NSA eröffnen. Nach knapp fünf Monaten Prüfung sei Range zu dem Ergebnis gekommen, dass die vorhandenen Beweise für ein Verfahren gegen die NSA nicht ausreichen.


The ACLU and others have long suspected that the National Security Agency has gone far beyond its mandate of gathering information for counterterrorism and foreign intelligence purposes, implementing a massive spying system to conduct bulk surveillance of hundreds of millions of innocent Americans…

Deutschland: Schaltzentrale im US-Drohnenkrieg!

Bild: Screencopy Das Erste - Panorama

3. April 2014

Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung spielt die US-Basis in Ramstein eine zentrale Rolle im weltweiten Drohnen-Krieg der USA. So werden auf dieser Militärbasis Live-Bilder der völkerrechtlich umstrittenen Drohneneinsätze analysiert und mit nachrichtendienstlichen Erkenntnissen abgeglichen. Zudem wird Ramstein als Relaisstation genutzt, um Steuerungsbefehle an die weltweit operierende Drohnenflotte zu übermitteln.
Die Recherche stützt sich auf amerikanische Dokumente und die Aussagen des ehemaligen Drohnen-Piloten Brandon Bryant: "Ohne Deutschland wäre der gesamte Drohnen-Krieg des US-Militärs nicht möglich".


April 2, 2014 – With assurances from the Tails developers and the main players in the NSA revelations, we feel it’s safe to tell this story for the first time, and we hope this vital encryption and anonymity project can finally get the credit—and much needed support—it so richly deserves.

Doch US-Bürger überwacht…

Bild: CC-by DonkeyHotey

1. April 2014

Der US-Geheimdienstdirektor James Clapper hat zugegeben, dass die NSA auch US-Bürger ohne richterliche Genehmigung ausgeforscht hat. Dazu hat sich der Geheimdienst eines Schlupflochs in einem Überwachungsgesetz bedient. In einem Brief an den demokratischen US-Senator Ron Wyden schrieb er, dass in einer Datenbank, in der eigentlich nur Material über Nicht-US-Bürger landen darf, auch nach US-Bürgern gesucht wurde.

"E-Mail made in Germany"

Grafik: Screenshot "E-Mail made in Germany"

31. März 2014

Wenn die NSA-Spitzelaffäre ein Gutes gebracht hat, so die Diskussion über die Sicherung von E-Mail-Daten beim Service-Provider und beim Transport. Ab morgen stellen die vier größten deutschen E-Mail-Anbieter (T-Online, Freenet, Web.de und GMX.de) zumindest auf den verschlüsselten Nachrichtenversand um. Nach wie vor noch unverschlüsselt liegen die Nachrichten allerdings auf den Rechnern der E-Mail-Anbieter vor.

NSA-Mitarbeiter Binney: “Microsoft & Co hängen alle mit drin”

30. März 2014 - Mehr als 30 Jahre stand William Binney im Dienst der NSA. Als der Geheimdienst seinen Kurs änderte und damit begann, Telefone und Computer Millionen unbescholtener Bürger anzuzapfen, warf er hin. Im persönlichen Gespräch berichtet der Ex-Spion über eine unheilvolle Allianz der US-Geheimdienste mit großen Konzernen und weshalb gerade wir Deutsche gewarnt sein müssten.


28.03.2014 – E-Mail? Unverkäuflich. Demokratie? Bald erledigt. Die Wege des Fortschritts sind gepflastert mit Irrtümern. Eine kleine Chronik von Männern, die mächtig danebenlagen.

Nur ein bisschen Wirtschaftsspionage…

Bild: CC-by-sa Richard Bartz

29. März 2014

Zwischen Kommunikationsüberwachung und Wirtschaftsspionage:
Der britische Geheimdienst GCHQ ist in die Netzwerke der drei deutschen Unternehmen Stellar, Cetel und IABG eingedrungen und hat diese überwacht.
Allen drei Firmen ist gemeinsam, dass sie Kommunikationsinfrastruktur über Satellit anbieten, unter anderem für Regierungen in afrikanischen Staaten, in denen sonst keine ausreichende Internetanbindung möglich wäre. Aber auch Ölplattformen, Diamantenminen und andere wirtschaftlich relevante, schwer zugängliche Ziele gehören zum Kundenkreis.

122 Staatschefs überwacht

Bild: CC-by-sa Richard Bartz

29. März 2014

Zu den vom US-amerikanischen Geheimdienst NSA bespitzelten Staats- und Regierungschefs gehört auch die deutsche Bundeskanzlerin. In der Sonderdatenbank der NSA für Staats- und Regierungschefs befinden sich mehr als 300 Dossiers über Angela Merkel.
Nachdem im Oktober 2013 herauskam, dass das Handy der Bundeskanzlerin jahrelang abgehört worden war, versicherte US-Präsident Obama, dass ihr Handy nicht (mehr?) abgehört werde.
Nun belegen Dokumente, dass die Kanzlerin offiziell als Spionageziel erfasst war und das für Anträge des Geheimdienstes zuständige FISA Sondergericht die NSA noch am 7. März 2013 autorisiert hatte, nicht nur die Kanzlerin, sondern ganz Deutschland zu überwachen.

G! besucht Dinge: Das NSA Data Center

27. März 2014 - Eingebettet zwischen Wasatch und den Oquirrh Mountains von Utah befindet sich das militärisch abgeschirmte Daten-Center der NSA. Hier sollen Merkels Telefonate gespeichert sein, genau wie unser gesamter E-Mail-Verkehr, GPS-Koordinaten, Google-Suchanfragen sowie Facebook-Chats. Weil ich gerade in der Nähe war, habe ich mal hallo gesagt.

Was Metadaten verraten:
(Versuch einer Adaption der hervorragenden Quelle EFF: Why Metadata Matters an deutsche Verhältnisse)
Ein Geheimdienst kennt von deinen Telefongesprächen nur die Verbindungsdaten (Metadaten): Wer hat mit wem telefoniert? Wann? Wie lange? Mit welchem Telefon? Und von wo aus?

  • Er weiß, dass du von der Ruhrtalbrücke (zwischen Essen und Düsseldorf) aus die Telefonseelsorge angerufen hast. Aber der Gesprächsinhalt ist nicht bekannt.
  • Er weiß, dass du innerhalb einer Stunde ein HIV-Testlabor angerufen hast, dann deinen Arzt und dann deine Krankenkasse. Aber er weiß nicht, was du besprochen hast.
  • Er weiß, dass du ein halbstündiges Gespräch mit einem Gynäkologen geführt hast und am gleichen Tag dann auch die Schwangerschaftsberatungsstelle angerufen hast. Aber niemand weiß, worüber gesprochen wurde.
  • Er weiß, dass du um 2:24 Uhr eine Sex-Hotline angerufen und 18 Min. gesprochen hast. Aber er weiß nicht worüber du gesprochen hast.
  • Er weiß, dass du am Vorabend einer bundesweiten Kampagne gegen Atomkraft einen kurzen Anruf erhalten und unmittelbar danach selbst 7 weitere kurze Anrufe getätigt hast. Der Inhalt dieser Gespräche ist dem Dienst nicht bekannt.
  • Er weiß, dass du den Anruf eines Arztes aus dem Wohnort deiner Eltern erhalten hast und dass du noch am gleichen Tag eine Alzheimer-Beratungsstelle angerufen und an den folgenden Tagen mehrere Pflegeeinrichtungen kontaktiert hast. Der Inhalt der Gespräche ist nicht bekannt.
  • Du bist Jugendlicher und der Geheimdienst weiß, dass du den Jugendnotdienst angerufen hast. Danach kommen deine Telefonate nie mehr aus der elterlichen Wohnung, sondern oft aus einer bekannten sozialen Einrichtung. Der Inhalt der Telefonate ist nicht bekannt.