Bundestag noch nicht befreit…

Bild: Werner Kunz (Montage)

19. Juni 2015

Vor mehr als 5 Wochen hatten IT-Spezialisten des Parlaments und auch Experten des Verfassungsschutzes im Cyberabwehrzentrum des Bundes Symptome eines Cyberangriffs auf den Bundestag erkannt.
Die Hacker, die vermutlich mithilfe eines in einer E-Mail versteckten Trojaners in das Bundestagsnetz "Parlakom" eingedrungen waren, haben dort Passwörter stehlen und sich so Administrator-Zugangsberechtigungen verschaffen können. Neben Dienstcomputern in den Gebäuden des Bundestags sind wohl auch Rechner in Wahlkreisbüros betroffen.
Nun steht fest, dass bei dem Angriff tatsächlich Daten abgeflossen sind, u.a. wurden große Mengen vertraulicher E-Mails kopiert und ausgeschleust. Nach bisherigen Erkenntnissen Daten in einer Größenordnung von rund 16 Gigabyte. Ein weiterer Datenabfluss auch von geheimen Dokumenten kann nicht ausgeschlossen werden, da einige Rechner noch immer durch eingeschleuste Trojaner infiziert sein könnten.
Die zuständigen Dienste versuchen weiter, den Schaden zu analysieren und einzugrenzen. Aufgrund der Komplexität der eingesetzten Schadprogramme und des hochprofessionellen Vorgehens der Täter wird vermutet, dass der Angriff von einem ausländischen Geheimdienst ausgeht. Indizien legen nahe, dass man es hier mit russischen Cyberspionen zu tun hat.
Der eingeschleuste Trojaner hat sich so tief in die IT-Infrastruktur eingefressen, dass das IT-System des Bundestags wohl zumindest in Teilen erneuert werden muss. Experten gehen davon aus, dass dies noch Monate in Anspruch nehmen wird.
Von Seiten der betroffenen Parlamentarier und in den Medien wird nun auch Kritik laut am Umgang der Verantwortlichen mit dem Cyberangriff. Offensichtlich hatte man die mit der Digitalisierung einhergehenden Probleme gewaltig unterschätzt und stand dem Desaster z.T. hilflos gegenüber.
So nahm es die Verwaltung mit der IT-Sicherheit manchmal nicht so genau. Viele Rechner liefen monatelang mit einem veralteten, nicht mehr unterstützten Betriebssystem (Windows XP) und bildeten so – natürlich – ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Müsste eigentlich jeder wissen! Vielleicht doch nicht jeder? Es ist (auf den Tag genau) gerade mal zwei Jahre her, dass unsere Kanzlerin zugegeben hat: “Das Internet ist für uns alle Neuland…“.

„China und Russland sind so gut wie sicher im Besitz der Snowden-Dokumente“

Bild: Rama

16. Juni 2015

Glenn Greenwald hatte in seiner Replik auf den unseriösen Artikel der „Sunday Times“ vom 14. Juni schon darauf hingewiesen, dass die schamlosen Angriffe auf Edward Snowden keine neue Masche sind. Daniel Ellsberg, Chelsea Manning und andere Whistleblower sind in der Vergangenheit in gleicher Weise diffamiert worden.
Snowden selbst hat mehrfach unmissverständlich erklärt, dass er bei seiner Flucht aus Hongkong keine Dateien bei sich hatte. Diese habe er vorher den Journalisten übergeben, mit denen er zusammenarbeitete, und dann habe er seine eigene Kopie gewissenhaft vernichtet.
Nun wird Snowden aber von ganz anderer Seite gegen die Diffamierungen in Schutz genommen. Bruce Schneier, der renommierte Experte für Kryptographie und Computersicherheit ist sich ziemlich sicher, dass China und Russland im Besitz der Snowden-Dokumente sind, weil sie schon lange vor Snowden in die entsprechenden Netzwerke der NSA eingedrungen waren. Die Geheimdienste sollten daher nicht auf Snowden zeigen, sondern in den Spiegel schauen!
Schneier weist noch einmal darauf hin, dass Snowden beteuerte, dass er nichts nach Russland mitnahm und dass er die Dokumente auf eine Weise verschlüsselte, bei der er selbst keinen Zugang mehr haben konnte. Schneier hat keinen Zweifel an diesen Aussagen, da alle in Computersicherheit ausgebildeten Fachleute dies genauso handhaben würden.
Eine solche Verschlüsselung ist sehr stark, schwach ist aber die Sicherheit von Computern und Netzen. Die Schwachstelle ist folglich nicht Snowden, sondern sind alle, die mit solchen Dateien auf ihren Rechnern und in ihren Netzwerken umgehen. Das sind alle dazu berechtigten Mitarbeiter der Geheimdienste, aber auch die Journalisten, die diese Dateien bearbeiten. Auch wenn sie alle Vorsichtsmaßnahmen befolgen, wissen wir aus den Snowden-Dokumente, dass ein Geheimdienst wie die NSA schon 2008 außerordentliche Fähigkeiten entwickelt hatte, in Computer einzudringen, auch wenn sie besonders gesichert und nicht mit dem Netz verbunden waren.
Diese Fähigkeiten der NSA sind aber nicht einzigartig. Man muss davon ausgehen, dass andere Länder auch schon 2008 ähnliche Fähigkeiten besessen haben. Erfolgreiche Cyberangriffe der letzten Monate auch auf Netzwerke der US-Regierung zeigen, wozu Staaten wie China oder Russland fähig sind.
So wie der US-Geheimdienst Netzwerke anderer Staaten unbemerkt infiltriert hat und wie Snowden sich lange Zeit unentdeckt im Netz der NSA herumtreiben konnte, könnten dies dort auch fremde Geheimdienste getan haben. Man weiß es nicht, aber „sicherlich mussten Russland und China nicht auf Snowden warten, um an diese Dokumente zu kommen“ folgerte Bruce Schneier aus seiner Analyse.

Cyberangriff auf US-Regierung

13. Juni 2015

Hacker sind in US-Regierungscomputer mit persönlichen Daten von Regierungsangestellten eingedrungen. Der schon vor einer Woche bekannt gegebene Angriff auf das Office of Personnel Management (OPM) hat sich nun als viel schwerwiegender herausgestellt als zuerst vermutet wurde. Abgegriffen wurden offenbar auch sensible, persönliche Daten von Mitarbeitern bei Polizei, Geheimdiensten und Militärs berichteten US-Medien unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter. Demnach erbeuteten die Hacker digitale Kopien eines Formulars, das Behördenmitarbeiter vor ihrer Sicherheitsfreigabe ausfüllen müssen, und in dem sie ihren persönlichen Hintergrund sowie ihr familiäres und privates Umfeld nahezu komplett offenlegen. Dazu gehören Angaben zum schulischen und beruflichen Werdegang, Drogenkonsum sowie zum Gesundheitszustand inklusive Medikamentengebrauch oder Krankenhausaufenthalte. Zudem sollen Namen und Anschriften von Familienangehörigen und Freunden genannt werden. Die Mitarbeiter müssen alle beruflichen und privaten Auslandskontakte sowie ihre Auslandsreisen auflisten. Sollten diese Daten in die Hände anderer Geheimdienste gefallen sein, wäre dies ein Desaster für die US-Sicherheitspolitik.
Betroffen sein sollen nun insgesamt 9 – 14 Millionen Personen.
Regierungsbeamte machten gegenüber mehreren US-Medien Hacker aus China für den Angriff verantwortlich. Die chinesische Botschaft in Washington wies diese Anschuldigungen zurück und nannte die Vorwürfe "unverantwortlich".
Bereits im vergangenen Jahr waren Hacker in die E-Mail-Systeme des Weißen Hauses und des Außenministeriums eingedrungen. Für diesen Angriff sollen Hacker aus Russland verantwortlich gewesen sein.

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News und Hintergrund-Informationen zur IT-Sicherheit

Mining-Skripte zwacken beim Surfen heimlich Rechenleistung zum Schürfen von Krypto-Währungen ab. Adblocker- und Browser-Hersteller erarbeiten Gegenstrategien. Einige Skript-Entwickler reagieren ihrerseits, indem sie Nutzer künftig um Erlaubnis fragen.
Author: heise online
Posted: 20.10.2017 15:57
Der Internetkonzern baut sein Bug-Bounty-Programm aus und will künftig auch Prämien für Lücken in eigenen Android-Apps zahlen. Das Programm ist auch für andere, ausgewählte App-Entwickler offen.
Author: heise online
Posted: 20.10.2017 09:19
Facebooks Sicherheitschef hat erläutert, welche Schwierigkeiten er hat: Lohnendere Angriffsziele als sein Unternehmen gibt es wohl nicht viele, gleichzeitig erwarten die Mitarbeiter viele Freiheiten. Das unter einen Hut zu bringen, sei nicht einfach.
Author: heise online
Posted: 20.10.2017 09:10
In den USA hat sich die Politik auf Kaspersky eingeschossen, hinzu kommen Berichte über russische Spionage dank des russischen Softwareherstellers. Nun weist Eugene Kaspersky die Vorwürfe noch einmal entschieden zurück und erklärt sie zu Paranoia.
Author: heise online
Posted: 20.10.2017 04:27
Mit aktuellen Updates schließt Cisco insgesamt 17 Sicherheitslücken. Eine davon ist kritisch und erlaubt den Remote-Zugriff auf die Cloud Services Platform (CSP) 2100.
Author: heise online
Posted: 19.10.2017 16:40
Das Prinzip des KRACK-Angriffs ist eigentlich ganz einfach. Es beruht auf einem allgemein bekannten Problem der Verschlüsselung, das die Designer von WPA2 eigentlich sogar umschifft hatten. Doch sie rechneten dabei nicht mit trickreichen Angreifern.
Author: heise online
Posted: 19.10.2017 12:17
Sicherheitsmechanismen wie hardwarebasierte Zwei-Faktor-Authentifizierung und die Beschränkung des Datenzugriffs durch Drittanbieter sollen Google-Konten künftig sicherer machen. Advanced Protection ist gratis, erfordert aber zusätzliche Hardware.
Author: heise online
Posted: 18.10.2017 16:14
Der Einsatz von Komponenten in der Anwendungsentwicklung birgt Risiken. Laut des State of Software Security Report von CA Veracode sind beispielsweise 88 Prozent aller Java-Anwendungen anfällig für Angriffe.
Author: heise online
Posted: 18.10.2017 14:54
In Jenkins klaffen mehrere Sicherheitslücken. Unter Umständen könnten Angreifer diese zur Ausführung von Schadcode missbrauchen. Es gibt Sicherheitsupdates – eine Lücke bleibt aber vorerst offen.
Author: heise online
Posted: 18.10.2017 13:52
Viele Hardware-Hersteller verbauen Trusted Platform Modules (TPMs) von Infineon. In denen befindet sich bereits seit 2012 eine Lücke, die die Sicherheit von RSA aushebelt. Einige Hersteller haben Sicherheitsupdates veröffentlicht; andere stehen noch aus.
Author: heise online
Posted: 18.10.2017 12:14
Oracle schließt in seinem Quartals-Update unzählige Schwachstellen in seinem Software-Portfolio. Besonders kritische Lücken klaffen in Oracle Hospitality Applications und Oracle Siebel CRM.
Author: heise online
Posted: 18.10.2017 09:23
Nutzer von iPhone und Co. werden aktuell wieder vermehrt Opfer von Betrügern, die versuchen, an ihr zentrales Apple-Identifizierungsmerkmal zu gelangen. Die Angreifer gehen recht trickreich vor.
Author: heise online
Posted: 18.10.2017 08:34
Die Schwachstelle in der WLAN-Verschlüsselung wirft eine wichtige Frage auf: Wie sieht es eigentlich mit der Patch-Versorgung durch die Hersteller aus? Miserabel, wenn nicht endlich der Staat eingreift, findet heise-Security-Chef Jürgen Schmidt.
Author: heise online
Posted: 18.10.2017 05:30
Die am Montag präsentierte KRACK-Attacke auf die WLAN-Verschlüsselung WPA2 ist eine ernste Lücke, die schnellstmöglich behoben werden sollte. Sie ist jedoch kein Grund zur Panik und auch kein Grund, alle Internet-Aktivitäten einzustellen.
Author: heise online
Posted: 17.10.2017 15:39
Ein regulärer Ausdruck in einigen Versionen des Tracking-Scripts "Pixel" des Herstellers Webtrekk prüft nicht alles, was er sollte. Mögliches Cross-Site-Scripting ist die Folge; gepatchte Versionen stehen bereit.
Author: heise online
Posted: 17.10.2017 15:29

c’t – Schlagseite

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Newstweek / Julian Oliver, Danja Vasiliev

"Newstweek" by Julian Oliver (NZ) and Danja Vasiliev (RU) is a device for manipulating the news read by other people on wireless hotspots. Built into a small and innocuous wall plug, the "Newstweek" device appears as part of the local infrastructure. This allows agents to remotely edit news read on laptops, phones and tablets without the awareness of their users. credit: Julian Oliver, Danja Vasiliev

Die elektronische Wahl ist nach zehn Jahren nun offiziell Geschichte in Irland. Die irische Regierung kündigte an, die aus der Pilotphase übriggebliebenen Wahlcomputer zum Verkauf anzubieten. Sollte sich nach der Ausschreibung Ende des Monats – was sehr wahrscheinlich ist – kein Käufer finden, werden die einst knapp 55 Mio. € teuren Geräte verschrottet.


12.11.2011 Die Wirtschaft wird immer öfter zum Opfer von Phishing-Attacken. Nachdem Cyberkriminelle bisher bereits Milliardensummen von privaten Bankkonten illegal abgezweigt haben, entdecken sie Angriffe auf Unternehmen zunehmend als lohnendes Geschäft